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Geltungszeitraum von: 29.12.2007

Geltungszeitraum bis: 30.07.2015

Satzung für die
Evangelische Kirchengemeinde Herscheid

Vom 12. November 2007

(KABl. 2007 S. 433)

Inhaltsübersicht1#

Die Evangelische Kirchengemeinde Herscheid gibt sich zur Ordnung und Regelung ihrer Aufgaben und Dienste gemäß Artikel 73, 74 und 77 der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen2# folgende Gemeindesatzung:
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§ 1
Presbyterium

( 1 ) 1 Die Kirchengemeinde wird vom Presbyterium geleitet. 2 Im Presbyterium üben die Pfarrerinnen und Pfarrer und die Presbyterinnen und Presbyter den Dienst der Leitung der Kirchengemeinde in gemeinsamer Verantwortung aus. 3 Das Presbyterium vertritt die Kirchengemeinde in der Öffentlichkeit und im Rechtsverkehr.
( 2 ) 1 Das Presbyterium kommt in der Regel monatlich zusammen. 2 Es wird schriftlich unter Angabe der Verhandlungsgegenstände eine Woche vor Sitzungstermin durch den Vorsitzenden oder die Vorsitzende eingeladen.
( 3 ) Die Entscheidungen über folgende Angelegenheiten kann das Presbyterium nicht übertragen:
  1. die verantwortliche Planung und Lenkung der kirchengemeindlichen Arbeit;
  2. die allgemeinen Grundsätze für die kirchliche Arbeit und die Behandlung wichtiger kirchlicher, theologischer und konzeptioneller Fragen;
  3. die Wahl der Pfarrerinnen und Pfarrer;
  4. die Wahl der Mitglieder der Bezirks-, Fach- und beratenden Ausschüsse;
  5. die Aufhebung und Veränderung von Gemeindegrenzen;
  6. die Feststellung des Haushaltsplans und ggf. der Kostendeckungspläne sowie die Abnahme der Jahresrechnungen und ggf. der Baurechnungen;
  7. die Festsetzung des Investitionsprogramms für Baumaßnahmen;
  8. die Feststellung des Personalstellenplans;
  9. die Verfügung über Gemeindevermögen und die Veräußerung und Belastung von Gebäuden und Grundvermögen, soweit es sich um Vorgänge handelt, die nach der Verwaltungsordnung der kirchenaufsichtlichen Genehmigung unterliegen;
  10. ggf. die Erstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes;
  11. die Vertretung der Kirchengemeinde im Rechtsverkehr, soweit es sich nicht um einfache Geschäfte der laufenden Verwaltung handelt;
  12. die Änderung der Satzung.
( 4 ) Die Zahl der Presbyterinnen und Presbyter beträgt zehn.
( 5 ) 1 Den Vorsitz im Presbyterium führt eine Pfarrerin, ein Pfarrer, eine Presbyterin oder ein Presbyter. 2 Führt eine Pfarrerin oder ein Pfarrer den Vorsitz, so wechselt der Vorsitz unter den Inhaberinnen und Inhabern der Pfarrstellen alle zwei Jahre. 3 Die oder der Vorsitzende des vorhergehenden Jahres übernimmt den stellvertretenden Vorsitz. 4 Überträgt das Presbyterium den Vorsitz einer Presbyterin oder einem Presbyter, regelt es zugleich die Stellvertretung und den Beginn der Amtszeit. 5 Die Amtszeit beträgt ein Jahr. 6 Wiederwahl ist möglich.
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§ 2
Beauftragte

( 1 ) Das Presbyterium bestellt gemäß Artikel 60 der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen3# Beauftragte für:
  1. Diakonie;
  2. die kreiskirchlichen Ausschüsse;
  3. die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter;
  4. Forstangelegenheiten;
  5. den Friedhofsbeirat;
  6. gemeindliche Ausschüsse gemäß Artikel 73 der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen4# (z. B.: Festausschuss und Kinderfestausschuss);
  7. den Kindergartenrat.
( 2 ) Die Beauftragten vertreten die Kirchengemeinde in den betreffenden gemeindlichen und übergemeindlichen Gremien, soweit im Presbyterium nicht anders entschieden ist.
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§ 3
Fachausschüsse

Das Presbyterium gliedert seine Arbeit nach Fachbereichen und bildet zur Wahrnehmung bestimmter Aufgaben folgende Fachausschüsse:
  1. Fachausschuss für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen;
  2. Fachausschuss für Kirchenmusik;
  3. Fachausschuss für Baufragen.
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§ 4
Mitglieder der Fachausschüsse

( 1 ) 1 Die Mitglieder der Fachausschüsse werden in der jeweils ersten Sitzung des Presbyteriums nach der Wahl der Presbyterinnen und Presbyter vom Presbyterium berufen. 2 Scheidet ein Mitglied vorzeitig aus dem Ausschuss aus, findet eine Nachberufung durch das Presbyterium für die Amtszeit des ausgeschiedenen Mitgliedes statt.
( 2 ) 1 Die Fachausschüsse haben bis zu neun Mitglieder. 2 In die Fachausschüsse sollen in den Fachbereichen tätige Mitglieder des Presbyteriums, haupt- und nebenberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchengemeinde sowie sachkundige Gemeindeglieder, die die Befähigung zum Amt einer Presbyterin oder eines Presbyters haben, berufen werden. 3 Die Zahl der hinzuberufenen Mitglieder darf die Zahl der gewählten Presbyteriumsmitglieder in den einzelnen Ausschüssen nicht erreichen.
( 3 ) 1 Die Vorsitzenden der Fachausschüsse und deren Stellvertreterinnen oder Stellvertreter werden aus deren Mitte gewählt. 2 Sie müssen Mitglieder des Presbyteriums sein.
( 4 ) 1 Die oder der Vorsitzende des Presbyteriums und die Kirchmeisterin oder der Kirchmeister sind berechtigt – soweit sie nicht selbst Mitglieder der Fachausschüsse sind – an den Sitzungen mit beratender Stimme teilzunehmen und Anträge zu stellen. 2 Sie erhalten eine fristgerechte Einladung zur Sitzung.
( 5 ) Es können Gäste eingeladen werden.
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§ 5
Aufgaben der Fachausschüsse

( 1 ) Die Fachausschüsse arbeiten innerhalb der ihnen übertragenen Zuständigkeiten auf der Grundlage des Haushaltsplanes, des Stellenplanes und anderer Rahmenbeschlüsse des Presbyteriums selbstständig.
( 2 ) 1 Die Sitzungen der Fachausschüsse werden durch die Vorsitzende oder den Vorsitzenden einberufen und geleitet. 2 Die erste Sitzung nach der Presbyteriumswahl wird durch die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Presbyteriums einberufen.
( 3 ) 1 Die Fachausschüsse tagen mindestens zweimal jährlich. 2 Sie sind einzuberufen, wenn ein Drittel der jeweiligen Fachausschussmitglieder oder das Presbyterium dies verlangen. 3 Artikel 64 der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen5# gilt sinngemäß.
( 4 ) 1 Die Ausschüsse tagen nicht öffentlich. 2 Die Mitglieder sind entsprechend Artikel 65, Absatz 4, der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen6# zur Verschwiegenheit verpflichtet.
( 5 ) 1 Die Vorsitzende oder der Vorsitzende der Fachausschüsse hält den Kontakt zu der Vorsitzenden oder dem Vorsitzenden des Presbyteriums. 2 Die Beschlüsse der Ausschüsse werden dem Presbyterium zur Kenntnis gegeben.
( 6 ) 1 Über jede Sitzung der einzelnen Fachausschüsse ist ein Sitzungsprotokoll anzufertigen, das von der Vorsitzenden oder dem Vorsitzenden und von der Protokollführerin oder dem Protokollführer zu unterzeichnen ist. 2 Dieses ist den Ausschussmitgliedern und der Vorsitzenden oder dem Vorsitzenden des Presbyteriums zuzuleiten. 3 Sämtliche Protokolle sind im Gemeindebüro zu sammeln. 4 Allen Mitgliedern des Presbyteriums ist zu jeder Zeit Einsicht zu gewähren.
( 7 ) Die Vorsitzenden der Fachausschüsse sorgen innerhalb der diesen übertragenen Zuständigkeiten für die Ausführung der Beschlüsse.
( 8 ) Folgende Aufgaben verbleiben in der Zuständigkeit des Presbyteriums und dürfen nicht vom jeweiligen Fachausschuss übernommen werden:
  1. Haushalts- und Stellenpläne, Kreditaufnahme;
  2. Personalangelegenheiten;
  3. Einschaltung von Rechtsanwälten;
  4. Grundstücks-, Neu- und Umbauangelegenheiten.
In diesen Punkten sollen die zuständigen Fachausschüsse beratend tätig werden.
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§ 6
Grundsatz der Zusammenarbeit

1 Die Fachausschüsse unterstützen sich gegenseitig bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben. 2 Dazu werden alle erforderlichen Informationen und Unterlagen rechtzeitig zur Verfügung gestellt. 3 Angelegenheiten, die die Zuständigkeit mehrerer Ausschüsse berühren, werden in gegenseitigem Einvernehmen oder in gemeinsamer Sitzung entschieden. 4 Wird das Einvernehmen nicht erzielt, entscheidet das Presbyterium.
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§ 7
Fachausschuss für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

( 1 ) Dem Fachausschuss gehören an:
  1. eine vom Presbyterium bestimmte Pfarrerin oder ein vom Presbyterium bestimmter Pfarrer;
  2. drei weitere Mitglieder des Presbyteriums;
  3. eine hauptamtliche Mitarbeiterin oder ein hauptamtlicher Mitarbeiter in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen;
  4. zwei Vertreterinnen oder Vertreter der ehrenamtlich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter;
  5. je eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der verbandlich in der Ev. Kirchengemeinde Herscheid organisierten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (z. B. EC) mit beratender Stimme.
( 2 ) Der Fachausschuss hat folgende Aufgaben:
  1. Planung, Förderung und Koordinierung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen;
  2. Unterstützung der hauptamtlichen Mitarbeiterin oder des hauptamtlichen Mitarbeiters bei der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern;
  3. Beschlussfassung über die Verteilung der Haushaltsmittel;
  4. Kontakte zu allen an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Kirchengemeinde Beteiligten und zu den anderen evangelischen Gemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg;
  5. Vertretung der Kirchengemeinde in anderen Organen und Körperschaften in den Belangen der evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen;
  6. Kontakt zur „Stiftung zur Förderung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Herscheid“.
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§ 8
Fachausschuss für Kirchenmusik

( 1 ) Dem Fachausschuss gehören an:
  1. vier Mitglieder des Presbyteriums;
  2. die hauptamtliche Kantorin oder der hauptamtliche Kantor;
  3. zwei weitere in der Kirchenmusik tätige Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter.
( 2 ) Der Fachausschuss hat folgende Aufgaben:
  1. Planung, Förderung und Koordinierung der kirchenmusikalischen Arbeit in der Kirchengemeinde;
  2. Unterstützung der hauptamtlichen Mitarbeiterin oder des hauptamtlichen Mitarbeiters bei der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern;
  3. Beschlussfassung über die Verteilung der Haushaltsmittel;
  4. Kontakte zu allen kirchenmusikalischen Gruppen der Kirchengemeinde;
  5. Pflege und Wartung der kircheneigenen Musikinstrumente, Noten und Gesangbücher usw., sofern die Rechte und Pflichten der Kantorin oder des Kantors nicht tangiert werden.
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§ 9
Fachausschuss für Baufragen

( 1 ) Dem Fachausschuss gehören an:
  1. die Kirchmeisterin oder der Kirchmeister für Baufragen;
  2. die Kirchmeisterin oder der Kirchmeister für Finanzen;
  3. drei weitere Mitglieder des Presbyteriums;
  4. drei sachkundige Gemeindeglieder.
( 2 ) Es ist darauf zu achten, dass Artikel 61 der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen7# durch die Arbeit des Ausschusses nicht verletzt wird.
( 3 ) Der Fachausschuss hat folgende Aufgaben:
  1. Jährliche Begehung aller kirchlichen Gebäude zur Feststellung etwaiger Mängel, des baulichen Zustandes und der Verkehrssicherheit der kirchlichen Verkehrsflächen;
  2. Erstellung einer kurz-, mittel- und langfristigen Finanzplanung;
  3. Erarbeitung und Umsetzung von Plänen zur baulichen Instandhaltung und Gestaltung, sofern nicht die Zuständigkeit des Presbyteriums berührt wird;
  4. Einholung und Vergleich von Angeboten und Vergabe von Aufträgen;
  5. Gespräche mit Mieterinnen und Mietern, Hausmeisterinnen und Hausmeistern, Erzieherinnen und Erziehern, Küsterinnen und Küstern über bauliche Fragen;
  6. Mitarbeit bei der Meinungsbildung in der Gemeinde über die Gestaltung der gemeindlichen Gebäude und Flächen;
  7. Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bau- und Grundstücksabteilung des Kreiskirchenamtes.
( 4 ) 1 Folgende Entscheidungen fallen in den Zuständigkeitsbereich des Presbyteriums:
  1. Neubauten, Umbauten, Anbauten, Veräußerung kirchlicher Gebäude;
  2. Entwidmung eines Gebäudes;
  3. Grundstücksangelegenheiten;
  4. Miet- und Pachtverträge, Vermietungsordnungen der Gemeindehäuser.
2 In diesen Punkten soll der Bauausschuss beratend tätig sein.
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§ 10
Beratende Ausschüsse (Ausschüsse für besondere Aufgaben)

1 Das Presbyterium kann für besondere Aufgaben wie z. B. Theologie, Gemeindeaufbau/Ökumene, Öffentlichkeitsarbeit usw. Gemeindeausschüsse mit beratender Funktion berufen. 2 Diese Ausschüsse stehen dem Presbyterium bei den von ihm wahrzunehmenden Aufgaben beratend zur Seite. 3 Die Ausschüsse bestehen aus Mitgliedern des Presbyteriums, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kirchengemeinde und sachkundigen Gemeindegliedern. 4 Das Presbyterium bestimmt durch Beschluss die Anzahl der Mitglieder und beruft in der Regel die Vorsitzende oder den Vorsitzenden. 5 Die Mitglieder müssen die Befähigung zum Amt einer Presbyterin oder eines Presbyters haben. 6 Ausnahmen sind im Einzelfall möglich.
7 Hinsichtlich der Sitzungseinladungen und der Protokollführung gelten die Bestimmungen für die Fachausschüsse sinngemäß.
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§ 11
Schlussbestimmungen

( 1 ) Berechtigungen, die nach dieser Satzung der oder dem Vorsitzenden eines Fachausschusses eingeräumt sind, gelten im Vertretungsfall automatisch für die jeweilige Stellvertreterin oder den Stellvertreter.
( 2 ) Sind mehrere Kirchmeisterinnen oder Kirchmeister bestellt, so gelten die Berechtigungen nach dieser Satzung für jede Kirchmeisterin oder jeden Kirchmeister.
( 3 ) Entstehen Zweifel über Regelungen dieser Satzung, so entscheidet das Presbyterium.
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§ 12
Inkrafttreten

( 1 ) Diese Satzung und deren Änderungen bedürfen der Genehmigung des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche von Westfalen.
( 2 ) Sie tritt nach Genehmigung durch das Landeskirchenamt und Veröffentlichung im kirchlichen Amtsblatt in Kraft.

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1 ↑ Die Inhaltsübersicht ist nicht Bestandteil dieser Satzung
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2 ↑ Nr. 1
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3 ↑ Nr. 1
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4 ↑ Nr. 1
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5 ↑ Nr. 1
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6 ↑ Nr. 1
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7 ↑ Nr. 1