.

Geltungszeitraum von: 29.06.2001

Geltungszeitraum bis: 30.09.2008

Kirchenrechtliche Vereinbarung
für die evangelische Kinder- und Jugendarbeit in Rheine

Vom 26. Oktober 2000

(KABl. 2001 S. 190)

####
Die evangelischen Kirchengemeinden Jakobi zu Rheine und Johannes zu Rheine haben auf Grund von § 14 a des Kirchengesetzes über die Zusammenarbeit kirchlicher Körperschaften (Verbandsgesetz)2# folgende Vereinbarung beschlossen:
#

§ 1
Aufgaben der Presbyterien

1 Evangelische Jugendarbeit in den Gemeinden Jakobi zu Rheine und Johannes zu Rheine ist ein Dienst der Kirche an jungen Menschen. 2 Sie hat ihren festen Platz im Konzept des Gemeindeaufbaus der Gemeinden. 3 Die Presbyterien sind verantwortlich für den Dienst an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. 4 Die evangelische Kinder- und Jugendarbeit setzt für eine zukunftsfähige Entwicklung das gemeinsame gleichberechtigte Engagement der zwei Kirchengemeinden voraus. 5 Sie ist eine integrale Aufgabe in der Stadt Rheine.
#

§ 2
Gemeinsamer Kinder- und Jugendausschuss

  1. Zusammensetzung:
    1 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss wird jeweils in der ersten Sitzung der Presbyterien Jakobi zu Rheine und Johannes zu Rheine nach Abschluss einer turnusmäßigen Presbyteriumswahl gebildet.
    2 Jedes Presbyterium entsendet für die Dauer von vier Jahren fünf Abgeordnete und benennt deren Vertreterinnen bzw. Vertreter. 3 Die Hälfte der Ausschuss-Mitglieder sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit sein. 4 Ein zahlenmäßig ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern soll angestrebt werden.
    5 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss wählt aus den Abgeordneten der Gemeinden die Vorsitzende bzw. den Vorsitzenden und ihre bzw. seine Vertreterin oder ihren bzw. seinen Vertreter. 6 Die Vorsitzende bzw. der Vorsitzende muss die Befähigung zum Presbyteramt haben.
    7 Die Leiterin bzw. der Leiter des August-Hermann-Francke-Hauses, Jugendzentrum der Jakobi-Gemeinde, und die hauptamtliche Jugendreferentin bzw. der hauptamtliche Jugendreferent der Region sind stimmberechtigte Mitglieder des gemeinsamen Kinder- und Jugendausschusses.
    8 Die Vorsitzenden der Presbyterien der zwei Kirchengemeinden können mit beratender Stimme an den Sitzungen des gemeinsamen Kinder- und Jugendausschusses teilnehmen.
    9 Scheidet ein Mitglied vorzeitig aus dem gemeinsamen Kinder- und Jugendausschuss aus, beruft das zuständige Presbyterium ein neues Mitglied für den Rest der Amtszeit.
    10 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss wird zur konstituierenden Sitzung durch eine bzw. einen der Vorsitzenden der Presbyterien eingeladen.
  2. Aufgaben:
    1 Die Gesamtverantwortung für die Jugendarbeit liegt bei den Presbyterien, vorbehaltlich der nachfolgenden Regelungen. 2 Sie bestimmen die Leitlinien der Jugendarbeit. 3 Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden gefördert und durch den gemeinsamen Kinder- und Jugendausschuss aktiv betrieben wird.
    4 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss regelt die Jugendarbeit der Gemeinden und gibt Impulse für die Jugendarbeit in der Region.
    5 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss ist verantwortlich für die Jugendarbeit im August-Hermann-Francke-Haus, Jugendzentrum der Jakobi-Gemeinde. 6 Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im August-Hermann-Francke-Haus unterstehen der Dienst- und Fachaufsicht der Vorsitzenden bzw. des Vorsitzenden des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Jakobi zu Rheine als Trägerin des August-Hermann-Francke-Hauses. 7 Das Presbyterium kann die Dienst- und Fachaufsicht delegieren.
    8 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss schlägt die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des August-Hermann-Fräncke-Hauses dem Presbyterium der Jakobi-Gemeinde zur Einstellung vor. 9 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss erstellt die Dienstanweisungen für die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des August-Hermann-Francke-Hauses und legt diese dem Presbyterium Jakobi zu Rheine zur Beschlussfassung vor.
  3. Arbeitsweise:
    1 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss tagt regelmäßig, mindestens einmal im Quartal. 2 Bei dringlichen Entscheidungen kann die Vorsitzende bzw. der Vorsitzende und ihre oder seine Stellvertreterin bzw. ihr oder sein Stellvertreter eine Entscheidung treffen. 3 Diese ist dem gemeinsamen Kinder- und Jugendausschuss bei der nächsten Sitzung zur Genehmigung vorzulegen. 4 Artikel 71 Absatz 3 der Kirchenordnung3# gilt sinngemäß.
    5 Die Vorsitzende bzw. der Vorsitzende muss den gemeinsamen Kinder- und Jugendausschuss zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen, wenn mindestens 1/3 der Mitglieder es verlangen. 6 Für Einladungen, Verhandlungen und Beschlussfassungen des gemeinsamen Kinder- und Jugendausschusses gelten die Bestimmungen der Kirchenordnung bzw. der Ordnung für die Jugendarbeit im Kirchenkreis Tecklenburg sinngemäß. 7 Über die Sitzungen sind Niederschriften zu fertigen.
#

§ 3
Finanzen

1 Zur Durchführung der gemeinsamen Aufgaben in der Kinder- und Jugendarbeit wird im Haushaltsplan der evangelischen Kirchengemeinde Jakobi zu Rheine der Einzelplan für den gemeinsamen Kinder- und Jugendausschuss aufgestellt. 2 Die Gemeinden überweisen ihre jeweils vom Leitungsgremium beschlossene Zuweisung in diesen Einzelplan. 3 Über die Verwendung der Mittel entscheidet der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss.
4 Anordnungsbefugt im Rahmen des beschlossenen Haushaltsplans ist die bzw. der Vorsitzende des gemeinsamen Kinder- und Jugendausschusses sowie die Stellvertreterin bzw. der Stellvertreter. 5 Mit „sachlich richtig" werden beauftragt die Leiterin bzw. der Leiter des August-Hermann-Francke-Hauses sowie ihre oder seine Vertreterin bzw. ihr oder sein Vertreter, für die Ausgaben der Kirchengemeinden die Jugendpresbyterinnen bzw. Jugendpresbyter. 6 Die Kassen- und Rechnungsführung liegt beim Kreiskirchenamt in Lengerich.
7 Der gemeinsame Kinder- und Jugendausschuss kann nur solche Verbindlichkeiten eingehen, die im Rahmen des Haushaltsplanes gedeckt sind.
#

§ 4
Genehmigung, Inkrafttreten4#

1 Diese kirchenrechtliche Vereinbarung und deren Änderungen sowie die Aufhebung bedarf der Genehmigung des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche von Westfalen.
2 Die kirchenrechtliche Vereinbarung tritt mit der Veröffentlichung im kirchlichen Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen in Kraft.

#
1 ↑ Die Inhaltsübersicht ist nicht Bestandteil dieser Vereinbarung.
#
2 ↑ Nr. 60.
#
3 ↑ Nr. 1.
#
4 ↑ Redaktioneller Hinweis: Die kirchenrechtliche Vereinbarung ist in Kraft getreten am 29. Juni 2001.